
Charel
1908-1993
Filmemacher
Charel war Inhaber eines Geschäfts in der Thaliastraße im 16. Wiener Gemeindebezirk. Er war mit Helga verheiratet, das Paar hatte einen Sohn.
Unter dem Künstlernamen Charel – einem Pseudonym, das auch sein eigenes Produktionslogo zierte – war er als ambitionierter Filmamateur tätig. Seine Filmsammlung zählt heute zu den umfangreichsten Amateurfilmbeständen im Österreichischen Filmmuseum. Neben zahlreichen Kauffilmen drehte Charel über 200 eigene Filme in den Formaten 8mm, Super 8 und 16mm.
Zahlreiche Fotografien dokumentieren das Heimkino, das Charel in seiner Wohnung eingerichtet hatte: Die ehemalige Schuhkammer wurde zur Vorführkabine mit einem Projektionsfenster zum Wohnzimmer umgebaut und mit mehreren Projektoren ausgestattet – für 8mm, Super 8, 16mm sowie für Dias. Für jedes Format stand eine eigene, passende Leinwand bereit.
Einzigartig ist die präzise Dokumentation seiner Vorführpraxis: In vielen Filmschachteln finden sich handschriftliche Notizen mit Datum der Projektion und den Namen der Zuschauer*innen.
Auch entwickelte Charel ein eigenes System zur Archivierung seiner Filme: Auf den Filmdosen vermerkte er verschiedenfarbige Punkte und Symbole zur Bewertung der Filmqualität.
Laut einem Eintrag in den Klubnachrichten "Der Kino Amateur" war Charel ab 1946 Mitglied im Klub der Kinoamateure Österreichs (KdKÖ).
